Faktencheck: Video eines brennenden Sendemastes in Indien ohne 5G-Bezug

Ein altes Video eines brennenden Sendemastes in Indien wird fälschlicherweise als Beleg für 5G-Gefahren verbreitet. Die Aufnahmen zeigen keinen Zusammenhang.
Die Ursache der Falschinformation
In sozialen Netzwerken kursiert seit geraumer Zeit ein Video, das einen in Flammen stehenden Mobilfunkmast in Indien zeigt. Die Aufnahmen werden von Verschwörungstheoretikern regelmäßig genutzt, um eine vermeintliche Gefahr durch den Ausbau des 5G-Netzes zu suggerieren.
Untersuchungen der Aufnahmen und der zeitlichen Einordnung zeigen jedoch, dass die Behauptung, der Brand stehe im Zusammenhang mit der Einführung der 5G-Technologie, faktisch falsch ist. Der Vorfall ist bereits mehrere Jahre alt und wurde bereits mehrfach von Fact-Checking-Organisationen entkräftet.
Hintergrund des Vorfalls
Der Brand des Mastes war ein isoliertes Ereignis, das durch technische Defekte oder äußere Einflüsse ausgelöst wurde, die nichts mit den Funkfrequenzen der neuen Generation zu tun haben. Die Verbindung zur 5G-Infrastruktur wurde erst nachträglich durch Nutzer im Internet konstruiert, um bestehende Ängste zu bedienen.
Es ist wichtig, bei der Verbreitung von Videomaterial aus anderen geografischen Regionen folgende Punkte zu beachten:
- Zeitliche Einordnung: Videos werden oft Jahre nach ihrem eigentlichen Entstehen neu hochgeladen.
- Geografischer Kontext: Ereignisse in Indien werden häufig ohne Kontext auf europäische oder globale Debatten übertragen.
- Kausalität prüfen: Ein Brand an einer technischen Anlage beweist nicht zwangsläufig eine Gefahr durch die emittierten Wellen.
Die Rolle von Desinformation bei 5G
Seit dem globalen Rollout von 5G gibt es eine Vielzahl von Fehlinformationen, die darauf abzielen, die Akzeptanz der Technologie zu untergraben. Oft werden technische Unfälle, Brände oder gar gesundheitliche Probleme instrumentalisiert, um eine wissenschaftlich nicht belegte Verbindung zur Mobilfunktechnik herzustellen.
Experten betonen, dass die Funkwellen von 5G den geltenden Sicherheitsstandards entsprechen und nach aktuellem Kenntnisstand keine thermischen Reaktionen in der Infrastruktur auslösen, die zu solchen Bränden führen könnten. Die Verbreitung solcher Videos dient meist der Erhöhung der Reichweite durch gezielte Emotionalisierung und Angstmacherei.


